Von der Faltung bis zum fertigen Buch in Berlin

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Die Materialität von Literatur erhält durch die Digitalisierung des Schreibens und Publizierens einen historischen Index. Sie ist das wesentliche Merkmal eines ›druckpapiernen Weltalters‹, das um 1800 in einer bis heute unerreichten Intensität beschrieben und reflektiert wurde.

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Schreiben, Publizieren und die vielfältigen Formen des ›Büchermachens‹ am Übergang vom 18.

Trend Erwarteter Einfluss Zeithorizont Potenzial / Risiko
Konsolidierung der Anbieter Größere, finanzstarke Unternehmen setzen sich durch Mittelfristig (5 Jahre) Höhere Markttransparenz
Zunahme von Live-Wetten (In-Play) Steigende Umsätze, höhere Spielintensität Aktuell und zukünftig Risiko für problematisches Spielen
Integration in Sport-Apps Nahtloses Wetten während des Streams Langfristig Großes Marktpotenzial
Verschärfte Regulierung für Werbung Eingeschränkte Sichtbarkeit, weniger Neukunden Mittelfristig Rückgang des Marktwachstums

ins 19. Jahrhundert – das sind die drei Themenkomplexe, denen sich die Beiträge dieses Sammelbandes widmen. Untersucht wird mit unterschiedlichen Ansätzen die Materialität von Artefakten, Praktiken und Medien im Kontext der Literatur.Schreiben erscheint um 1800 als eine vielgestaltige Praktik, deren Materialität und Körperlichkeit es stets zu beachten gilt.

Berühmte Buchmacher in der Hauptstadt

wird durch interne „Transparenz“ und eine ordentliche Buchführung, die nachvollziehbar macht, daß keine Superlöhne gezahlt werden können, überflüssig. Natürlich waren die Vorwürfe der opponierenden und demagogisch agitierenden Gewerkschafts-Möchtegern-Funktionäre (vielleicht erhofften sie sich einen besseren Lohn oder gar eine Freistellung als Betriebsgewerkschaftsfunktionär) im Sinne der Kooperative nicht sinnvoll. Eine außer- bzw. überbetriebliche Kontrolle durch eine Gewerkschaft sollte jedoch zu den üblichen Gepflogenheiten gehören. Das Al Capone-Problem CECOSESOLA hat nur die staatliche Kontrolle vor der Zerschlagung gerettet; weil die Buchhaltung (und wer lernt so etwas in wenigen Wochen?) akurat war, konnten die Staatskontrolleure nichts finden, um die soziale Kooperative zu liquidieren, was die interne Opposition forderte.

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Auch hieraus ist zu lernen – auch für uns in Deutschland. Wenn sie Dich politisch mundtot machen wollen, sollte die Buchhaltung stimmen, sonst ergeht es einem wie Al Capone, dem berüchtigsten Gangster der amerikanischen Geschichte: ihm konnte kein Mord vorgeworfen werden, aber er wanderte in den Knast wegen mangelnder Steuerzahlungen und einer „fehlerhaften“, maipulierten Buchhaltung … Chavez und sein Pseudo-Sozialismus Ein völlig neues Genossenschafts- bzw. Kooperativengesetz gibt es in Venezuela seit Chavez am Ruder ist. Aber der Presidente hat auch das Recht, „antisozialistische“ Betriebe – und das sind im pseudorevolutionär-sozialistisch-staatlichem Diskurs der Bolivaristen um den Putschisten Chavez eben genauso autonome Kollektivbetriebe wie kapitalistische Aktiengesellschaften, wenn es seiner Politik gefällt und es ihm gerade mal in den Kram paßt. Darüber steht auch etwas in dieser wirklich spannenden Geschichte.

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Und zwar deutlicher, als es sich die Freunde des „Sozialismus des 21. Das dürfte somit schon fast wieder „reaktionär“ sein, denn wie Luis Alfredo Delgado Bello auszugsweise zitiert wird: „Wir müssen dagegen kämpfen, dass Kooperativismus und Chavismus gleich gesetzt werden. Mit dieser Vorstellung wird der Kooperativismus zu einen weiteren Objekt der Polarisierung, das angegriffen oder unterstützt wird, je nachdem, welche Position die Betreffenden gegenüber der Regierung haben. (…) Beiden liegt die Einschätzung zugrunde, die Politik sei wichtiger als die Kooperativen. Das Genossenschaftswesen wird anderen politischen Zielen untergeordnet. Damit eröffnet sich auch das weite Feld der »Papierarbeiten« in allen Bereichen des Wissens und der Künste, des Spielens mit der Materialität von Schreibwerkzeugen, von Fingerübungen und Handarbeiten.Die Materialität des Publizierens ist ein oft wenig beachteter, aber entscheidender Faktor der Literatur.

Die Entwicklung des Buchmacherwesens

Die Kooperative wird nicht als politische und soziale Option an sich gesehen, die in der Lage ist, hier und heute von uns aus eine andere Gesellschaft aufzubauen, wie wir sie wollen. Diese Sichtweise ist zutiefst politisch und unterscheidet sich grundlegend von derjenigen, die immer wieder verkündet, dass es notwendig sei, die Macht zu übernehmen, um den Anderen die eigene Sichtweise von Gesellschaft aufzudrängen. Als Kooperativistas bauen wir tagtäglich eine neue Gesellschaft auf. Damit zeigen wir uns selbst und allen Anderen, dass eine andere Welt möglich ist.“ (S. 151 – „Venezuela: Frascasaron las cooperativas?“) Genossenschaften sind nicht per sé oder Definition etwas Gutes – das wissen wir, seit auch Schlips-träger ihre modernen Firmenkonstrukte genossenschaftlich organisieren oder der Sozialabbau durch privat Selbsthilfe-Genossenschaften kompensiert werden sollen.

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Genossenschaften sollen der bürgerlichen Gesellschaft helfen, Probleme kostengünstig (also über freiwilllige Lohndrückerei und Selbstausbeutung) unter dem Deckmantel der „Bürgerbeteiligung“ zu verwalten. Mit „Selbstermächtigung“ hat das nichts zu tun. Genauso, wie in Venezuela kapitalistische oder auch staatliche Unternehmen Teilbereiche genossenschaftlich ausgliedern, um die Kosten zu drücken – und auch etablierte Genossenschaften gliedern Nichtgenosse als Lohnarbeiter│innen aus. Der Staat macht es sich bequem, indem er sozialpolitisches Engagement in Armutsquartieren und Elendsvierteln befördert, damit die Armen sich selbst um die Lebensmittel- und Gesundheitsversorgung kümmern. Daraus kann „solidarische Ökonomie“ entstehen, muss es aber nicht.

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Das größte Problem für deutsche Verhältnisse ist der Vergleich. Was alles in Venezuela möglich ist, stößt hier sofort an gesetzliche Grenzen und erfordert einen Kampf um den durch den Nationalsozialismus eingeschränkten und gefesselten Genossenschaftsgedanken. Genossenschaften dürfen hierzulande keine Kreditgeschäfte machen – da kommen hier gleich die Herren mit dem Schlapphut der BaFin (Bundesfinanzaufsicht), statt sich um wichtigere Dinge zu kümmern. Das bedeutet schlicht, daß hiesige Genossenschaften ihren Mitgliedern keine Kredite geben dürfen in Notzeiten oder auch als Konzept. Dazu bedarf es einer genossenschaftlichen Bank – also weiterer staatlicher Kontrollinstanzen und Behörden. Autorinnen und Autoren des 18. und 19.

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Jahrhunderts antizipieren den Druck ihrer Werke, sie richten Manuskripte und Texte auf diesen aus, begleiten das ›Büchermachen‹ mit großer Aufmerksamkeit und Anteilnahme. Darüber hinaus beschäftigen sich viele Schreibende eingehend mit den ästhetisch-materialen, handwerklichen und künstlerischen Qualitäten ihrer gedruckten Werke.

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Abschließend sei ausdrücklich dieses Buch denjenigen empfohlen, die eine „andere Welt“ wollen und dabei lieber „handeln“ als politisch nur rumlamentieren und die Macht übernehmen wollen. Alternative und solidarische Ökonomie mit dem Kapitalismus in allen unseren Knochen ist bestimmt eine KnochenArbeit, aber es geht darum, nicht alle Utopien auf den berühmten St. Nimmerleinstag nach dem großen Kladderadatsch zu verschieben – der in den deutschen Breitengraden mehr als Lichtjahre entfernt ist. Nachtrag – Tupamaros Es hat nach dem Erscheinen des Buches wohl interessiert, ob denn nicht ehamlige uruguayische Tupamaros an der Gründung von CECOSESOLA beteiligt gewesen wären. Deutsche Linke brauchen immer Führer, nur sie können Gewichtiges angestoßen haben, sonst fehlt ihnen der Glaube daran.

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In diesem Fall ist die Antwort unzweideutig: „Kein Tupamaro hat je an dem Projekt mitgewirkt; schon gar nicht bei der Gründung.“ (contraste, April 2012). Das beruhigt mich ungemein, denn derartige Projekte funktionieren wohl gerade deshalb, weil hier eher Pfaffen als leninistische Guerilleros das Sagen haben; dabei haben beide Fraktionen längst ihre Heiligenscheine verloren … Die Central Cooperativa de Servicios Sociales del Estado Lara (Cecosesola) ist ein Genossenschaftsverband in der Region der Millionenstadt Barquesimeto in Venezuela. 1967 gegründet umfasst er heute über 50 Kooperativen mit 20.000 Mitgliedern. Diese sind, ursprünglich ausgehend von einem Beerdigungsinstitut, nunmehr auch in der Produktion von Nahrung, im Transportwesen und in der Gesundheitsversorgung tätig sind und versorgen ein Viertel der Stadtbevölkerung in drei eigenen Wochenmärkten mit Lebensmitteln. Die Organisation ist debürokratisiert worden, sie ist heute schlicht jenseitig: Es gibt keine bet sportwetten vergleich deutschland Hierarchie, man klärt und entscheidet alles in Versammlungen ohne Leitung und Tagesordnung.

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Am Ende wissen die Teilnehmer, wie sie im Einverständnis aller die anstehenden Aufgaben angehen – "kollektives Gehirn" heißt das. Die drei längsten Beiträge haben keine Autorennamen, sie "sind Ergebnis einer kollektiven Diskussion, mit der hunderte ArbeiterInnen ihren Arbeitsalltag analysieren und verändern". Man sieht sich nicht als Modell; wie konkrete Menschen zu freundlichen und solidarischen Beziehungen finden, ist weder planbar noch kopierbar. Der Focus liegt nicht auf dem Kampf mit der dominanten kapitalistisch-staatlichen Umwelt – dem sucht man wo geht auszuweichen. Er liegt auf der Entwicklung und Ausdehnung der autonomen Räume, die man sich schafft: physisch-materielle und geistig-psychische. Denn das Publizieren unter den Bedingungen eines sich herausbildenden literarischen Marktes entwickelt sich um 1800 auch zu einer zunehmend professionalisierten Fertigkeit, die Autorinnen und Autoren beherrschen müssen. Untersucht wird mit unterschiedlichen Ansätzen die Materialität von Artefakten, Praktiken und Medien im Kontext der Literatur. Schreiben erscheint um 1800 als eine vielgestaltige Praktik, deren Materialität und Körperlichkeit es stets zu beachten gilt. Damit eröffnet sich auch das weite Feld der »Papierarbeiten« in allen Bereichen des Wissens und der Künste, des Spielens mit der Materialität von Schreibwerkzeugen, von Fingerübungen und Handarbeiten.

Buchmacherei im Berliner Nachtleben

So wie die Menschen drauf sind, haben sie die herrschende Gesellschaft in sich. Selbst-Änderung und die der äußeren Strukturen sind untrennbar. Mit Staat und Politik muss man rechnen, nicht sich mit ihnen einlassen. Den Ort, wo sich der mit Occupy und Revolten kreuzt, sucht John Holloway im Nachwort jedoch m.E. Bei Amazon ist das Buch nicht zu haben. Die Materialität des Publizierens ist ein oft wenig beachteter, aber entscheidender Faktor der Literatur. »Wer sich, gerade auch angesichts der laufenden Digitalisierungsdebatte und des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit bisweilen übergriffigem Nachdruck propagierten Medienwechsels zum Digitalen, für die Materialität der Bücher interessiert, wird den Sammelband mit großem Gewinn lesen.»